Wie es dazu kam:
Am 24.07.2023 trafen wir uns zu fünft zur Auswertung des Frauenstreiks. Dies führte zur Frage: Wo wollen wir für künftige DOL&SOL-Aktivitäten/Aktionen ansetzen? Wir sammelten Themen, die uns persönlich und politisch umtreiben und beschlossen, zu drei weiteren Treffen in der Karla (ehemals Karl der Grosse) öffentlich einzuladen (via Ausschreibung durch Karla).
In drei Schritten wollen wir uns (prozesshaft) an Handlungsmöglichkeiten annähern:
- Themen / Probleme in einem weiteren Kreis sammeln (31.08.2023)
- Ursachen (Bedingungen, Gründe) benennen (28.09.2023)
- Handlungsmöglichkeiten bezeichnen (Was tun?) – persönlicher Umgang und gesellschaftlich Nötiges («Aktion») (30.11.2023)
Am 31.08.2023 gingen wir in erweiterter Runde von den bereits gesammelten Themen aus und ergänzten diese. Es entstand folgende Liste:
Themen/Problemkreise (31.08.2023):
- Stereotype Bilder von alten Frauen, Vorurteile, Ausgrenzung // Innere und äussere Bilder
- Gesundheit (auch: Sucht, Einsamkeit) – Armut // Wer pflegt mich/uns? Wer bezahlt das? Wen pflege ich? // Wie leben wir im Alter?
- Freiwilligenarbeit versus Aktivismus // Care-Arbeit, Zuschreibungen, Arbeit, die getan werden muss // Wider die Verfügbarkeit
- Care – Sorgearbeit auf allen Ebenen: Natur, Umwelt, wir Alten
- Wohnen – Einsamkeit – Welche Wohnmodelle gibt es? Keine Finanzierung für alternative Modelle
- Feministische Ökonomie, neues Wirtschaften, neue Gesellschaftsstrukturen: wie kommen wir dahin?
- Sprache schärfen: Gender* – Debatte ist gewünscht
- Technologien, KI, als bedrohliche Entwicklungen
- Empörung: laufend Angriffe auf sozialstaatliche Errungenschaften (aktuell wird Krankenkassen-Obligatorium infrage gestellt)
- Wunsch: gemeinsam in der Gruppe Transfer üben (vom patriarchalen zum feministischen Denken)
(Erwähnte Autorinnen: Emilia Roig, Nancy Frazer, Miranda Fricker, Silvia Federici)
Am 28.09.2023 suchten wir Ursachen für diese Problemkreise. Es wurden genannt:
Ursachen (Bedingungen, Gründe) (28.09.2023)
- Wachstum (es gaat nöd uuf)
- Kapitalismus – Patriarchat (seit ’89 akzentuiert – Neoliberalismus. Solidarität unter Druck, Gewinnmaximierungslogik)
- Patriarchat als Grund für soziale Hierarchien – Klassismus, Rassismus, Ageism…
- Hegemonie der westlichen Welt
- Altersdiskriminierung
- Von uns verinnerlichte geschlechtshierarchische Alltagsteilung («Patriarchat verlernen!»)
- Geschlecht-Gender, Mensch-Tier, Kultur-Natur und andere: Denken in Dichotomien
- «Es gibt keinen Haupt- und Nebenwiderspruch»
- KI- und Roboter-Ethik
- Ratlosigkeit, Ohnmacht angesichts dieser Herausforderungen
Seit unserem letzten Treffen ist auch der Krieg in Israel-Palästina entflammt: Zu den Ursachen hinzuzufügen sind:
- Hass- und Rache-, Militärlogik
In Hinblick auf den 30.11.2023 (Handlungsmöglichkeiten) bitte ich Euch, zu überlegen, welche der oben erwähnten Ursachen Eurer Meinung nach die gewichtigste ist.
Anders gefragt: wenn es ein Glied in der Verkettung all der genannten Punkte gibt, von dem alle anderen abhängen, welches ist es?
Die sich daraus ergebende Diskussion soll uns führen zu:
- Einem oder mehreren Themen, die wir vertieft angehen wollen
- Methoden, mit denen wir dies tun können und zum
- Ausloten des Handlungsspielraums, den wir uns zutrauen.
Wir haben die Möglichkeit, uns im nächsten Jahr mit Diskurs & Aktion 5mal in der Karla zu treffen. Auch diese Treffen werden von der Karla öffentlich ausgeschrieben. Am 30.11.2023 können wir sie inhaltlich planen oder skizzieren.
Ich freue mich auf unseren Austausch kommenden Donnerstag, F.